GESCHICHTE
Geschichte

Bis zur Gründung Neuwied 1653 und der Proklamation des freiheitlichen Stadtrechtes 1663 wurde das Hofgut Langendorf bis zur Säkularisation 1803 von der Abtei Rommersdorf aus betreut. Obwohl wiedisches Gebiet gehörte diese Anlage doch zu dem Kloster. Die Bewohner waren katholisch.
Nach der Gründung Neuwieds bildete sich sehr bald eine katholische Gemeinde, die in einem Privathaus Gottesdienst feierte. Bis 1756 gab es in 47 Häusern 83 katholische Familien, etwa ein siebtel der Bevölkerung Neuwieds. Dennoch gab es keine eigene Pfarrei. Man gehörte noch zu Irlich, ging dort wohl auch in den Gottesdienst und man wurde in Irlich beerdigt.
1882 gestattete der Graf den Neuwieder Katholiken auf eigene Rechnung Kirche und Schule zu errichten, sobald man 130 Bürger zählte und 65 Häuser erbaut hätte. Das dauerte jedoch noch einige Zeit. Immerhin ließ man es zu, dass man ab 1695 in einem Privathaus die Messe feierte. 1701 begann man dann mit dem Bau der ersten Kirche auf einem Grundstück der Abtei Rommerssdorf, dort wo heute das ehemalige städtische Hallenbad an der Marktstraße steht. 1705 wurde das Kirchlein fertiggestellt: ein bescheidenes Bauwerk; ein Haus nicht größer als die damals üblichen einfachen Bügerhäuser, mit einem Satteldach, darin beiderseits drei kleine Gaupen. Es hatte weder Chor noch Turm und Glocken; nur je drei spitzbogige Fenster in den Seitenwänden ließen erkennen, daß es sich um ein Gotteshaus handelte.




St.Matthias aus der Luft

100 Jahre Pfarrkirche St. Matthias

Die jetzige Matthiaskirche war nicht der erste Kirchenbau (aus der Festschrift zum Jubiläum "100 Jahre Grundsteinlegung der Pfarrkirche St. Matthias 1999).
Mit Beginn der Jubiläumsfeierlichkeiten "100 Jahre Pfarrkirche St. Matthias - 1999-2004 - soll noch einmal kurz an die Geschichte der kath. Pfarrgemeinde Neuwied und ihrer Kirchenbauten erinnert werden.

Mit dieser Kirche erhielt die Neuwieder Gemeinde einen Pfarrer und ihre Eigenständigkeit.
1779/1783 wurde die Kirche mit einem Choranbau und Dachreitern erweitert, sie wurde erhöht, mit neuen Fenstern und Dächern ausgestattet und eine Empore wurde eingezogen; 1786 läutete das erste Glöckchen im Dachreiter.
Gegen 1850 lebten 2300 Katholiken in Neuwied. Man erstellte einen ersten Plan zum Neubau einer großen Pfarrkirche, Geld wurde gesammelt, der Grundstein gelegt: aber die Mittel reichten nicht. So wurde die alte Kirche 1852 erweitert. Mit sechs Fenstern auf jeder Seite hatte sie die doppelte Länge. Außerdem erhielt sie einen hohen, sechseckigen Dachreiter mit spitzem Helm und drei Glocken.
Die weitere Entwicklung aber machte einen völligen Neubau dann doch notwendig. Die heutige Matthiaskirche wurde gebaut.
Hermann-Josef Schneider

(Artikel erstellt nach "Aus der Geschichte der katholischen Pfarrgemeinde Neuwied" in Festschrift "75 Jahre Pfarrkirche St. Matthias Neuwied", im Pfarrbüro zum Preis von 3 DM noch erhältlich)

Die wichtigsten Termine zum Neubau der Pfarrkirche St. Matthias
5.11.1898: Beginn der Bauarbeiten
26.2.1899: Grundsteinlegung des Turmes
24.4.1899: Feierliche Grundsteinlegung des Chores durch Bischof Dr. Michael Felix Korum von Trier.
15.09.1901: In aller Stille Einsegnung der Kirche zur Benutzung, da in der alten Kirche die Decke eingestürzt war.
24.4.1904: Feierliche Einweihung der Kirche durch Weihbischof Karl Ernst Schrod.



Die Pfarrgemeinde St. Matthias

Die Anfänge reichen weit zurück. Die Gründung der Stadt Neuwied mit der Garantie auf freie Ausübung des Bekenntnisses, 1662, ermöglichte die Bildung einer katholischen Gemeinde. Schon 1670 war das Haus, in dem die Katholiken, damals von der Pfarrei Irlich betreut, Gottesdienst feierten zu klein. 1704 wurde Pater Friedrich Maas von Rommersdorf entsandt, um an der neuen, ersten Pfarrkirche seinen Dienst aufzunehmen. 1704 gilt als Gründungsdatum der katholischen Pfarrei St. Matthias. Dem Wachstum der Gemeinde vor allem Ende des 19. Jahrhunderts entsprechend wurde ein größeres Gotteshaus errichtet und 1904 geweiht: die heutige Matthiaskirche. Nach dem 2. Weltkrieg wurden aus den zu St. Matthias gehörenden Filialen selbstständige Pfarreien: St. Bonifatius in Niederbieber, Liebfrauen und Hl. Kreuz . Mit den letzten beiden bildete St. Matthias seit 2004 eine Pfarreiengemeinschaft. Am 31. 8. 2007 wird die Pfarrei St. Matthias in ihren heutigen Grenzen aufgelöst.
Zusammen mit den Pfarreien Liebfrauen und Hl.Kreuz entstand die neue Pfarrgemeinde St. Matthias Neuwied




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